Seiten

Site search

Letzte Artikel

 

Februar 2012
M D M D F S S
« Jun    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  

Links:

Ziel

Der Einsatz der Bausoldaten hatte zum Ziel, bei den jungen Männern Gewissenskonflikte hervorzurufen. Daher wurden sie vorwiegend für die Errichtung militärisch relevanter Bauvorhaben wie Flugplätze und Schießanlagen eingesetzt. Gab es Verweigerung so folgten diesen harte Bestrafungen. Besonders konfliktbeladen waren die sogenannten Baupionierbatallione, welche zwischen 1974 und 1982 überwiegend dezentralisiert beschäftigt wurden, um Verhärtungen und Ausweitungen von Konflikten aus dem Weg zu gehen. Seit 1983 entschied man sich, die Bausoldaten wieder vermehrt im Dienste des Volkes einzusetzen, was dann auf verschiedenen Großbaustellen geschah. 

Junge Männer, welche sich aus glaubensrelevanten oder anderen persönlichen Motiven nicht für die Dienstableistung mit der Waffe entschieden, kamen normalen Wehrdienstverweigerern gleich. Sie taten dies vielfach aus der Angst heraus, unmittelbar an der Grenze eingesetzt zu werden, was in späteren Jahren mit dem Schießbefehl verbunden war.
Die Vorgehensweise bei einer solchen Entscheidung war als problembeladen und als menschenverachtend einzustufen. Erst nach dem Ausleben vieler innerer Konflikte unter der Gefahr der Ausstoßung durch das sozialistische System zu leiden und damit jegliche Existenzgrundlagen zu verlieren, erfolgte die Verweigerung des Dienstes mit der Waffe im Wehrkreiskommando. In diesem Zusammenhang wurde auf das Ausführen von Formalitäten verzichtet.

Der Anspruch auf die Verweigerung des Dienstes mit der Waffe bestand als sogenannter Rechtsanspruch. Dennoch war diese Entscheidung tiefgreifend und konnte das ganze Leben des Betroffenen beeinflussen. Dessen sozialer Umkreis rückte nach dieser Entscheidung politisch näher in den Vordergrund.